PERSPEKTIVEN

Aus der Forschung, aus der Erfahrung vieler anderer allein oder gemeinsam erziehender Mütter und Väter und aus eigener Anschauung wissen wir:

 * Trennungen gehen mit Verunsicherungen, Sorgen und Überforderungen einher. Gefühle von Enttäuschung, Wut, Hoffnungslosigkeit, Trauer oder Schuld müssen (behutsam) ausgedrückt und verarbeitet (und -  wenn möglich - beim andern nachträglich verstanden) werden.

 * Für die Erwachsenen ist trotz allem Schmerz eine positive Bewältigung möglich. Die Suche nach neuem Selbstwertgefühl und neuen Perspektiven ist nicht leicht, aber wir können uns weiter entwickeln.

* Die Kinder sind zuerst einmal am meisten der Situation ausgeliefert, sie brauchen deshalb besondere Beachtung und Unterstützung und eine dem Alter jeweils angemessene Ansprache.

 * Kinder lieben und brauchen gerade (außer unter ganz besonderen Umständen). während und nach einer Trennung der Eltern beide: Mutter und Vater. Der Streit der Eltern und die Bedürfnisse der Kinder liegen auf zwei verschiedenen Ebenen, die (bei allem Leid und aller Wut) nicht vermischt werden sollten.

 * Für Mütter und Väter ist es aber genau in dieser Zeit schwierig, diese Aufgaben wahrzunehmen, neu zu organisieren oder zu verhandeln.

 * Es ist deshalb hilfreich, notfalls mit einem unabhängigen und erfahrenen Beistand, der vermitteln und verständlich machen kann, was hier passiert, die Beziehung zumindest so weit zu entflechten, dass es möglich wird, die Aufgaben als Eltern in Absprache miteinander zu erfüllen.

In Beratung oder Therapie geht es deshalb um die Verringerung der Belastung, um die Stärkung der persönlichen Kompetenzen und damit um die Erweiterung der Möglichkeiten.

Aus den vielen Gesprächen mit Betroffenen, die ich in den letzten Jahren geführt habe, ist ganz deutlich geworden, dass Mütter und auch Väter gerne  mehr zur Bewältigung dieser Krise und zur Vorbeugung oder Abmilderung von Scheidungsfolgen für ihre Kinder wissen und auch tun möchten. 

In meinem zweiten Studium habe ich mich, angeregt durch die eigene Trennung, gezielt mit dem wissenschaftlichen Kenntnisstand um Trennungsursachen und mögliche Scheidungsfolgen, und mit den positiven Bewältigungsmöglichkeiten für Eltern und Kinder beschäftigt.Es gab vor einigen Jahren auch noch mehr Projekte, z.B. bei Jugendämtern in Baden-Württemberg oder an einer Gesamthochschule in Nordrhein-Westfahlen, wo Eltern- und Kindergruppen wissenschaftlich begleitet worden sind.

Leider werden hierfür immer mehr die öffentlichen Gelder gestrichen, obwohl der Bedarf stetig wächst. Ich habe meine Praxis mit diesem Schwerpunkt aufgebaut, weil mir am Herzen liegt, dass es mehr Menschen gelingt, die negativen Folgen möglichst gering zu halten und solche Familienphasen so gut und sinnvoll wie möglich zu gestalten. Die Arbeit macht mir große Freude und die Klienten und ich werden immer wieder überzeugt, dass es sich lohnt sich hier zu engagieren.

Da die Elternschaft immer andauert, ist es die Mühe wert, auch in Trennung gemeinsam als Eltern für die Kinder da zu sein. Dass dies nicht unter allen Umständen machbar ist, ist auch klar, aber es lohnt, es zu versuchen. Erstaunlicherweise ist es manchmal nach zwei Jahren wieder möglich z.B. gemeinsam und ohne große Spannungen einen Kindergeburtstag zu feiern. Jede Situation erfordert hier eigene Lösungen. Auf Dauer kann sich eine für alle Beteiligten leichtere und bereicherte Gesamtsituation herstellen lassen.

Es hat sich erwiesen, das haben die wissenschaftlich begleiteten Projekte gezeigt, dass die Situation der Trennung und Scheidung so komplex (und neu!) für die Beteiligten ist, dass professionelle Hilfe deutlich verbesserte Verläufe und Lösungen - auch in kürzerer Zeit - ermöglicht. Deshalb, auch wenn eine kleine Schwelle "zur Psychologin" überschritten werden muss, dieses macht einfach Sinn!

Für Fragen hierzu können Sie sich übrigens auch gerne per e-mail an mich wenden!

 

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